Übungen zur Bewusstheit
Entspannung hat sehr viel mit Bewusstheit zu tun. Oft - vor allem in stressigen Situationen - bekommen wir gar nicht mit, dass wir unsere Stirn kräuseln oder unseren Mund unnötig anspannen. Gerade Verspannungen im Gesicht sind in unserer Kultur weit verbreitet. Und was wir mit unserem Gesicht so anstellen, lässt auch auf den restlichen Körper schließen.
Ein weiteres verbreitetes Phänomen ist die flache Atmung. Verstärt wird diese Angewohnheit durch das Schönheitsideal eines flachen Bauches. Viele europäische Menschen wissen nicht einmal mehr, wie es sich anfühlt, tief durchzuatmen. Genauso wenig kennen sie das angenehme Gefühl von gut durchbluteten, warmen Händen und Füßen.
Nur mit Bewusstheit können wir unsere Spannungen lockern und Verspannungen abbauen. Im Folgenden drei Übungen zur Bewusstheit:
1. Bauchatemzüge zählen
Eine bewährte Methode, um unsere Bewusstheit zu schulen und gleichzeitig unseren Körper zu lockern, besteht darin, Bauchatemzüge zu zählen (Siehe 3. Meditation: Fließende Atmung). Spaziergänge eignen sich hervorragend, auf eine tiefe Atmung zu achten und Atemzüge zu zählen.
2. Scannen
Diese Methode ist dann zu empfehlen, wenn es Ihnen schon vertraut ist, in den Körper hineinzuspüren (z.B. nachdem die Übung Anspannen - Entspannen einige Male durchgeführt wurde). Sie richten ihre Aufmerksamkeit auf den Scheitel und "scannen" abwärts Ihren Körper hinunter (Stirn, Augen, Mund, Hals, Schultern, Nacken, Bauch, Becken, Beine, Füße). Wenn Sie feststellen, dass sie einen bestimmten Bereich anspannen, lassen Sie bewusst locker.
Diese Bewusstheitsübung können Sie eigentlich überall durchführen: wenn Sie an der Kasse anstehen, im Fahrstuhl, im Auto oder in der Bahn, beim Gehen ...
3. Bewsstheit auf eine bestimmte Körperstelle
Um sowohl die Bewusstheit zu schulen, als auch typische Verspannungen abzubauen, hilft es, sich eine ganz bestimmte Körperstelle auszuwählen, der Sie ihre Aufmerksamkeit widmen. Wenn Sie dazu neigen, die Stirn bei jeder Gelegenheit zu kräuseln, bietet sich die Stirn an. Einige Menschen laufen häufig mit hochgezogenen Schultern herum. Andere tendieren dazu, beim Gehen die Hände zu Fäusten zu ballen. Viele spannen häufig ihren Hintern an. Oft sind wir wir uns gerade dessen nicht bewusst. Daher ist es immer hilfreich, eine vertraute Person danach zu befragen.
Wenn Sie sich für einen bestimmten Bereich entschieden haben, z. B. die Schultern, achten Sie möglichst in allen Alltagssituationen darauf, diese locker zu lassen. Anfangs fällt es meist schwer, überhaupt daran zu denken. Ich mache es so, dass ich in bestimmten Zeiten, in denen es mir leicht fällt, damit beginne (z. B. beim Spazierengehen, Autofahren oder Abwaschen). Wenn es mir in diesen Situationen zur Routine geworden ist, dehne ich die Übung auf weitere Situationen aus.